14. Mundartfestival in der Liederhalle: Amusement vom Feinsten

Am Abend des 17. April fand zum 14. Mal die Traditionsveranstaltung „MundARTfestival“ des Schwäbischen Albvereins in der Stuttgarter Liederhalle statt. Der Silchersaal war wieder komplett ausverkauft. Nach einer kurzen Begrüßung durch den Mundartbeauftragten Helmut Pfitzer zeigten drei verschiedene Künstler mit ihren witzigen literarischen und musikalischen Darbietungen, wie feinsinnig, tiefgründig und wortgewaltig schwäbische Mundart sein kann.

Dieter Adrion alias Johann Martin Enderle griff allerlei Alltagsszenen auf und goss diese in perfekten Reimschemata über das lachende Publikum. So machte sich der Meister der Mundart lustig über die heutige Gutscheinkultur, über die Dialektik der Schwaben im Sinne des „Sowohl als auch“-Denkens, er philosophierte über die Schwierigkeit der Tagesplanung bei Rentnern und rechnete mit dem Wellness-Wahn ab.

Ein weiterer Mundartkünstler, der die Aufmerksamkeit der Besucher mit wortgewaltigen Anekdoten und Gedichten beanspruchte, war Peter Nagel. Er rezitierte Sebastian-Blau-Gedichte aufs „Dipfele“ genau. Dabei waren Tonfall und Redegeschwindigkeit perfekt miteinander verwoben und brachten die Genialität des Journalisten und Poeten Josef Eberle bzw. Sebastian Blau (Pseudonym) klar zum Ausdruck.

Ein musikalisches Vergnügen bot der Kabarettist und Liedermacher Dieter Huthmacher. Mit Gitarre und sanfter Stimme machte er sich über Peinlichkeiten, Sehnsüchte und typische Verhaltensweisen der Schwaben lustig. „Das Paradoxe ist beim Schwaben normal“, fabulierte er. Zum Schluss seines Auftritts zeigte der Künstler, dass man sogar Liebeslieder auf Schwäbisch schön interpretieren kann.

Das Mundartfestival 2016 findet am 15. April statt.

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