Felsenkeller Mainhardt: Vom Kühlraum zum Fledermausquartier

Der Felsenkeller in Mainhardt ist ein Kleindenkmal mit historischer und naturkundlicher Bedeutung. Der Keller gliedert sich in zwei Einheiten, wovon der untere Bereich 13 Meter tief unter der Erde liegt. Der Felsenkeller diente einst als Kühlkeller zur Lagerung von Eis für Brauereien. Am Ende des zweiten Weltkriegs wurden die Kellerräume als Notunterkunft genutzt, später dann als Reifungskeller für Käse. Zum Ende des 20. Jahrunderts verwahrloste das Kulturdenkmal  immer mehr und verwandelte sich schließlich in eine Art Schutthalde.

Die Ortsgruppe Mainhardt hat sich des Kleindenkmals angenommen und es ab 2005 in jahrelanger mühevoller Arbeit wieder auf Vordermann gebracht. Die Kellerräume und Treppen wurden gesäubert und der schwere Lehmboden wurde teilweise abgetragen. Unterstützt wurde das Projekt von der Gemeinde Mainhardt.

Ein Informationsschild, gesponsert von der Brauerei Dinkelacker, soll jetzt Auskunft zur historischen und naturkundlichen Bedeutung des Kleindenkmals geben. Dieses wurde am 11. Oktober 2016 feierlich enthüllt.

Bürgermeister Damian Komor war bei der Tafelenthüllung mit dabei, ebenso Albvereins-Vizepräsident Reinhard Wolf und Marketing-Chef der Firma Dinkelacker, Stefan Seipel. Dieser zeigte sich darüber erfreut, dass der Felsenkeller sogar einen Bezug zum Brauwesen bzw. zum Bier hat.

Neben dem Informationsschild hat die Brauerei Dinkelacker auch für die Wiederherstellung einer Treppe und zwei Sitzgruppen vor dem Keller gesorgt.

Besonders erfreulich ist, dass mittlerweile  wieder vier verschiedene Fledermausarten in den unterirdischen Räumen überwintern: Wasserfledermaus, Fransenfledermaus, Großes Mausohr und Braunes Langohr. Im Sommerhalbjahr, wenn keine Fledermäuse ihre Winterruhe haben, kann der Felsenkeller besichtigt werden. Anfragen zu Führungen bei der OG oder der Gemeinde Mainhardt.