Dokumentation offenbart Tausende Kleindenkmale

Baden-Württemberg ist ein reiches Land – auch an Kleindenkmalen. In fast allen Regionen findet man beim Wandern oder auf dem Spaziergang die von Menschenhand geschaffenen, dauerhaften Gebilde aus Stein, Metall oder Holz. Zum Beispiel Feldkreuze, Ruhebänke, Grenzsteine, Unterstände oder Bildstöcke.

Seit dem Jahr 2001 gibt es kreisweite und systematische Kleindenkmaldokumentationen, die den Reichtum und die Vielfalt der kleinen Kunstobjekte im Land offenbaren.

Das Ergebnis: Rund 65.000 Kleindenkmale unterschiedlichster Sparten wurden bisher gezählt. Rund 1.600 ehrenamtlich Tätige, darunter viele Albvereinsmitglieder, haben an dieser Dokumentation mitgearbeitet.

Wie es zu dem denkmalpflegerischen Projekt kam, wie so ein Einsatz ehrenamtlicher Dokumentierer aussieht und wie es mit dem Vorhaben weitergeht, können Sie in folgendem Text von Reinhard Wolf nachlesen. Er beschreibt auch einige außergewöhnliche Kleindenkmale:

Informationstext

Besonders schöne Grenzsteine

Grenzstein mit Vaihinger Löwe am Wanderweg von oberriexingen nach Vaihingen/Enz, Foto: R. Wolf  "Hübscher Stein" im kleinen Lautertal mit Helfensteinschen Elefanten, Foto: R. Wolf  Der "Dreimärker", hier stoßen drei Markierungen zusammen, Foto: R. Wolf

Eindrucksvolle Bildstöcke und Feldkreuze

Alter Bildstock im Taubertal, Foto: R. Wolf  Sagenumwobenes Steinkreuz bei Stuttgart-Plieningen, Foto: R. Wolf  Steinkreuz mit Inschrift bei Tiefenbronn-Mühlhausen (Foto © R. Wolf)

Spezielle Kleindenkmale

Sog. Wolfstein bei Cleebronn, Foto: R. Wolf  Prinz Friedrichs Kochherd bei Völkleshofen, Foto: R. Wolf  Wolfsgrube, R. Wolf

In den Blättern des Schwäbischen Albvereins finden Sie den Beitrag zu Kleindenkmalen ab S. 8: http://albvereinsblatt.albverein.net/aktuelle-ausgabe/

Mundart & Musik: Jahresprogramm 2017 liegt vor

Das neue Veranstaltungsprogramm Mundart & Musik liegt vor. Mundartveranstaltungen erfreuen sich großer Beliebtheit. Inzwischen benutzen auch viele anspruchsvolle Künstler die Mundart als Ausdrucksform. 30 Bühnen im Land präsentiern mit mehr als 20 Künstlern ein riesiges Repertoire an schwäbischer Kleinkunst, siehe: Programm 2017

Herausragende Künstler bei beiden Mundartfestivals – Vorverkauf läuft

Die Künstler für die Mundartfestivals 2017 stehen fest und der Vorverkauf hat bereits begonnen.

Mundart-Festival in Bad Waldsee

Mundart-Festival in Stuttgart

Eintritt: 12 Euro, ermäßigt für Schüler, Studenten und Auszubildende 6 Euro

Kartenreservierung:
Hauptgeschäftsstelle: Heidi Müller
Telefon: 0711/ 22585-10
Email:

Karten für Mundartfestival Stuttgart sind auch im Lädle erhältlich.

 

Kleindenkmale und ihre Erfassung

Die Erfassung aller Kleindenkmale im Land erfordert weiterhin ehrenamtliches Engagement.

Wie und warum die Dokumentation von Kleindenkmalen bisher erfolgt ist und warum das so wichtig ist, erfahren Sie im folgenden Artikel, der auch in den Blättern des Schwäbischen Albvereins 4/2016 erschienen ist.

Artikel Kleindenkmale

Felsenkeller Mainhardt: Vom Kühlraum zum Fledermausquartier

Der Felsenkeller in Mainhardt ist ein Kleindenkmal mit historischer und naturkundlicher Bedeutung. Der Keller gliedert sich in zwei Einheiten, wovon der untere Bereich 13 Meter tief unter der Erde liegt. Der Felsenkeller diente einst als Kühlkeller zur Lagerung von Eis für Brauereien. Am Ende des zweiten Weltkriegs wurden die Kellerräume als Notunterkunft genutzt, später dann als Reifungskeller für Käse. Zum Ende des 20. Jahrunderts verwahrloste das Kulturdenkmal  immer mehr und verwandelte sich schließlich in eine Art Schutthalde.

Die Ortsgruppe Mainhardt hat sich des Kleindenkmals angenommen und es ab 2005 in jahrelanger mühevoller Arbeit wieder auf Vordermann gebracht. Die Kellerräume und Treppen wurden gesäubert und der schwere Lehmboden wurde teilweise abgetragen. Unterstützt wurde das Projekt von der Gemeinde Mainhardt.

Ein Informationsschild, gesponsert von der Brauerei Dinkelacker, soll jetzt Auskunft zur historischen und naturkundlichen Bedeutung des Kleindenkmals geben. Dieses wurde am 11. Oktober 2016 feierlich enthüllt.

Bürgermeister Damian Komor war bei der Tafelenthüllung mit dabei, ebenso Albvereins-Vizepräsident Reinhard Wolf und Marketing-Chef der Firma Dinkelacker, Stefan Seipel. Dieser zeigte sich darüber erfreut, dass der Felsenkeller sogar einen Bezug zum Brauwesen bzw. zum Bier hat.

Neben dem Informationsschild hat die Brauerei Dinkelacker auch für die Wiederherstellung einer Treppe und zwei Sitzgruppen vor dem Keller gesorgt.

Besonders erfreulich ist, dass mittlerweile  wieder vier verschiedene Fledermausarten in den unterirdischen Räumen überwintern: Wasserfledermaus, Fransenfledermaus, Großes Mausohr und Braunes Langohr. Im Sommerhalbjahr, wenn keine Fledermäuse ihre Winterruhe haben, kann der Felsenkeller besichtigt werden. Anfragen zu Führungen bei der OG oder der Gemeinde Mainhardt.

Großartige Mundartkunst beim Bardentreffen im Eschelhof

Trotz des vom Juni auf September verlegten Termins kamen zahlreiche Besucher am Sonntag, 4. September, zum MundArtdichter- und Bardentreffen in den Eschelhof. Die darbietenden Künstler aus ganz Baden-Württemberg offerierten ein breites Spektrum an Mundart-Kunst, Musik, Lyrik, Songs, teils lustig, teils besonnen. Erstmalig beim Bardentreffen trat eine Musikgruppe auf, die Gradraus-Band (siehe Foto). Die jungen Musiker erfreuten das Publikum mit schwäbischer Folk-Musik.

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Wortakrobatik und musikalische Streicheleinheiten

Das „MundARTfestival“ des Schwäbischen Albvereins in der Stuttgarter Liederhalle ist seit jeher etwas Besonderes. Wie gut schwäbische Gedichte, Humor und Musik bei den Zuschauern ankommen, offenbarte sich erneut am 15. April 2016. Die Traditionsveranstaltung fand bereits zum 15. Mal statt und war aufgrund der großen Nachfrage sogar vom Silchersaal in den 400 Plätze zählenden Schillersaal verlegt worden.

Nach einer kurzen Begrüßung durch den Mundartkünstler und Organisator Helmut Pfitzer zeigten drei verschiedene Künstler, in welchen sprachlichen Facetten Humor auf Schwäbisch möglich ist.

In einen knallroten Anzug gekleidet gab sich der Mundartkünstler und Buchautor Wulf Wager zum Besten. „So sieht ein Mann aus, wenn er selbst einkaufen darf“, erklärte er sein Outfit.  Mit vielen weiteren Witzen und lustigen Sprüchen brachte er das Publikum zum Toben und zum Kuscheln. Gleich am Anfang seiner Show gab er die Anweisung, seine Sitznachbarn zu umarmen und zu küssen. Der Tausendsassa Wulf Wager witzelte über die Beziehung der Geschlechter und animierte das Publikum, Zungenbrecher nachzusprechen. Dabei wurde deutlich, wie detailreich und gewaltig das schwäbische Vokabular ist.

Eine ganz andere Art der Darbietung offerierte Pius Jauch, der mit weicher Stimme und breitem Schwäbisch für Aufmerksamkeit sorgte. Diese Art schwäbischer Lyrik mit Gitarrenbgleitung fand bei den Zuschauern den Weg direkt ins Herz. Vor allem, wenn es im Text um die Liebe ging. Aber auch „Schwarzbrot mit Gsälz“ klang aus Pius Jauchs Mund äußerst romantisch.

 

Die Schauspielerin Monika Hirschle, die man aus TV-Serien und als Regisseurin kennt, rezitierte Gedichte von Thaddäus Troll und Helmut Pfisterer vor. Schnell wurde klar, wie viel Sprachkompetenz und Stimmschulung nötig ist, um die Wortakrobatik der schwäbischen Poesie zu beherrschen.

Das Thema „Mundart“ hat beim Schwäbischen Albverein eine langjährige Tradition. Der Mundartkünstler Helmut Pfitzer hob im Jahr 2000 die Idee aus der Taufe, regelmäßige Kleinkunstveranstaltungen mit mundartbezogener Musik und Literatur zu etablieren. Mittlerweile gibt es im Vereinsgebiet rund 30 Mundartbühnen, die unterhaltsame Kleinkunst auf hohem Niveau anbieten.

Das Mundartfestival findet einmal im Jahr statt. Die traditionelle Musik- und Poesieveranstaltung wird vom Schwäbischen Albverein zusammen mit dem Silberburg-Verlag veranstaltet. 

Alle weiteren Mundart-Veranstaltungen sind auf der Homepage des Schwäbischen Albvereins nachzulesen: http://heimat-kultur.albverein.net/mundart-musik/

Witzig, musikalisch, unterhaltsam: Mundartfestival 2016 in der Liederhalle

Beim Mundartfestival 2016 in der Stuttgarter Liederhalle treten drei begnadete Künstler auf. Die Veranstaltung ist bereits ausverkauft.

Die Schauspielerin Monika Hirschle

Man kennt sie aus »Laible und Frisch«, aus »O Gott Herr Pfarrer!« und anderen Fernsehserien, aus dem Radio, von der Bühne, Rundfunkstimme (»Elfie Eisele«), Regisseurin und Autorin. So bodengut wie kaum jemand sonst trägt sie die Texte bekannter schwäbischer Mundartgrößen vor. Am 15. April bringt sie Glanzpunkte aus dem Werk von Thaddäus Troll und von Helmut Pfisterer zu Gehör. Saulustig und elendstraurig, auf jeden Fall aber was ganz Besonderes.

Liedermacher Pius Jauch

Wenn er singt, geht einem das Herz auf, und dann fliegen ihm die Herzen zu. Mit 33 Jahren ist er das Nesthäkchen der Mundartszene und mit seinen Songs der unangefochten größte Romantiker unter den schwäbischen Liedermachern.

Der Sebastian-Blau-Preisträger pflegt die alte schwäbisch-alamannische Mundart seines Heimatdorfes Bösingen bei Rottweil. Seine Chansons sind, zumindest für Stuttgarter Ohren, nicht ganz leicht zu verstehen, doch: »Wo die Sprache aufhört, fängt die Musik an« – und das wird er uns auch am 15. April zeigen.

Mundartkünstler und Buchautor Wulf Wager

»Wenn›s Schaffa koi G›schäft wär, na däd›s dr Bürgermeischter selber macha.« Wie viele Witze und Sprüch’ der Tausendsassa Wulf Wager kennt und gesammelt hat, lässt sich in seinen Büchern nachzählen. Wenn er auf der Bühne frotzelt und juxt, dann kann man einfach nur noch lachen und genießen.

Das Hirtenhorn – ein ausgestorbenes Instrument

Tuba

Im Haus der Volkskunst in Dürrwangen ist nicht nur das Schwäbische Kulturarchiv untergebracht, sondern auch das Europäische Hirtenhornzentrum. Hier kann man eine Fülle der archaischen Blasinstrumente bewundern.

Passend dazu ist unlängst im  Verlag des Schwäbischen Albvereins ein ganz besonderes Buch erschienen: „Tuba pastoritia – das Hirtenhorn und seine Verwendung in der Musik“. Autor ist der Musikwissenschaftler Eckhard Böhringer. Das Hirtenhorn ist eigentlich ein ausgestorbenes Intrument, das früher von Viehhütern als Signalhorn verwendet wurde. Auf der Schwäbischen Alb wurde auch Wacholder zum Bau des Instruments benutzt. Die Albhörner dort sind nicht so groß gewesen wie die noch heute bekannten Schweizer Alphörner und hatten unten eine leichte Krümmung.

Informationen unter: www.hirtenhorn.eu.

ISBN: 9783920801773

Herausgeber: Schwäbisches Kulturarchiv

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