Bildstöcke

Der Bildstock ist eine Andachtsstätte aus Holz oder Stein, an der Bilder der Gottesmutter oder von Heiligen oder Kreuze aufgestellt werden. Bildstöcke fordern zum Innehalten und Nachdenken auf. Sie werden wie Kreuze aus Dankbarkeit, zum Lob Gottes, aufgrund eines Gelöbnisses oder eines Gelübdes oder mit der Bitte um Segen oder um Schutz vor Bösem aufgestellt. Sie finden sich an markanten Stellen in der Landschaft, an Prozessions- und Wallfahrtswegen, in Form von Kreuzweg- oder Kapellenwegstationen oder stehen einfach auf einem privaten Grundstück und entlang eines alltäglichen Weges.

 

Bildstock beim Kloster Schöntal (Foto © R. Wolf)
Dass Klöster nicht arm waren, sieht man an diesem meisterhaft gearbeiteten und sicher nicht billigen Bildstock nahe des Neuhofs südlich von Kloster Schöntal oberhalb des Jagsttales (Gemeinde Schöntal, Hohenlohekreis). Er steht an einer Straßenkreuzung und sollte alle Vorbeikommenden auf das nahe Kloster hinweisen. Heute steht der Bildstock am Waldsaum, droht in das Gehölz einzuwachsen und wird kaum beachtet.

 

Trockenmauer bei Werbach-Gamburg (Foto © R. Wolf)
Das Tauberland wurde von Touristikern um 1950 als „Madonnenländchen“ bezeichnet, und dieser Begriff wird an vielen Stellen mit Bedeutung versehen. In diese Trockenmauer an einem früheren Weinberghang bei Werbach-Gamburg (Main-Tauber-Kreis) ist eine kleine Heiligenverehrung integriert und man kann davon ausgehen, dass hier manches Stoßgebet und manche Fürbitte um guten Weinertrag, Gesundheit für Familie und Nutztiere gen Himmel gesprochen wurde.